…and when we do it, it’s counter-terrorism.” So Noam Chomsky zur Definitionsmacht der westlichen Welt über Gut und Böse.

Seit Tagen schon flammt erneut die Diskussion über die Gründe, die mögliche Bekämpfung, die Folgen des islamistischen Terrorismus auf. Und auch wenn sich die kritischen Stimmen am westlichen Vorgehen mehren, so scheint es immer noch “politisch inkorrekt” zu sein, die andere Seite zu beleuchten, den Blick auf die kriminogenen Strukturen der beteiligten westlichen Länder zu werfen oder gar deren Legitimation im Krieg gegen den Terror zu bezweifeln. “Terrorismus” ist in den letzten Jahren weltweit zu einer Art Zauberformel geworden, die jeden Kritiker verstummen lassen soll. Ähnliches gilt für “Effizienz”, die plötzlich allein ausschlaggebend für den Erlass neuer Gesetze und freiheitseinschränkender Maßnahmen unterschiedlichster Art geworden ist. Erschreckend in einem Staat, der doch – in Art. 1 GG eindeutig festgelegt – auf einer deontologischen Denkweise basiert und in dem der Effizienz naturgemäß klare und unverrückbare Grenzen gesetzt sind. Doch das Beharren auf Freiheit, Rechtsstaatlichkeit oder anderen Fundamentalprinzipien unserer Gesellschaft ist aus der Mode gekommen und, wenn man manchen Diskussionen folgt, sogar moralisch zweifelhaft geworden. Dass dies das Beharren, unter Inkaufnahme aller damit verbundener Nachteile, umso wichtiger macht, steht im Gegenzug für mich außer Zweifel.

Es braucht, meine ich, nicht einmal erwähnt werden, dass am heutigen Tag die Opfer der Katastrophe vom 11. September 2001 im Vordergrund stehen sollten. Erwähnt werden muss vielleicht, dass Opfer dieser Katastrophe in allen Kulturen zu finden sind, und dass ihnen allen dasselbe Mitgefühl, dieselbe Achtung, dieselbe Würde zusteht.