Die besten Erlebnisse beginnen ja fast immer mit dem Gedanken: „Aber eigentlich hab ich doch zu viel zu tun…“ So erging es mir auch kurz bevor ich mich in den Zug nach Frankfurt setzte. Und dann wurde es doch eine inspirierende Woche voller interessanter Begegnungen und spannender Diskussionen, netter Abende in Frankfurter Hinterhof-Apfelwein-Wirtschaften und kontroverser Vorträge. Meine Bewunderung gilt den Organisatoren, die die Bedürfnisse mehrerer hundert Besucher, 30 Parallel-Workshops, ein dicht gedrängtes Plenarprogramm und ein abwechslungsreiches Sozialprogramm bewältigen mussten und dabei immer noch ein Lächeln übrig hatten. Und nachdem all diese Eindrücke auf einen eingeströmt sind, muss man dann auch noch entscheiden, in welche Richtung die Gedanken als Nächstes wandern sollen: Soll ich mich doch noch auf die Suche nach einer universalistischen Moral machen (die ich eigentlich längst abgehakt hatte)? Oder den ultimativen Gegenbeweis gegen die Willensfreiheit festklopfen? Sollte ich mich mit meinen erneut verstärkten Zweifeln an der Rechtsgutstheorie auseinandersetzen? Oder doch mal wieder Foucault lesen? Es sind immer wieder diese Momente, die diesen Beruf so wertvoll machen – wenn der Kopf so übervoll ist an neuen Gedanken und Argumenten, dass man eigentlich einfach nur eine Woche im Gras liegen, in den Himmel schauen und ihnen nachhängen möchte… Schön war’s!