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Zum Muttertag

On 8. Mai 2011, in Persönliches, by Susanne Beck

Dankbarkeit und Liebe sind Geschwister. (Christian Morgenstern)

Weil sie es eigentlich jeden Tag verdient haben, geht heute ein Gruß an meine Mutter und Großmutter, denen ich unendlich dankbar bin für ihre Liebe und Geduld.
Weil sie mir vorgelebt haben, wie man in jedem Moment man selbst bleibt, weil sie mir ein liebevolles Zuhause geschenkt haben, weil man mit ihnen lachen und weinen, diskutieren und albern sein kann, weil sie starke Frauen mit einem unendlich großen Herzen sind, weil…
Nicht nur ich finde nicht wirklich die richtigen Worte, um Euch gerecht zu werden:

An meine Mutter

So gern hätt’ ich ein schönes Lied gemacht
Von Deiner Liebe, deiner treuen Weise;
Die Gabe, die für andre immer wacht,
Hätt’ ich so gern geweckt zu deinem Preise.
Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr,
Und wie ich auch die Reime mochte stellen,
Des Herzens Fluten wallten darüber her,
Zerstörten mir des Liedes zarte Wellen.

So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
Von einfach ungeschmücktem Wort getragen,
Und meine ganze Seele nimm darin:
Wo man am meisten fühlt,
weiß man nicht viel zu sagen.

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)
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BVerfG-Urteil zur Sicherungsverwahrung

On 7. Mai 2011, in Gedankensplitter, by Susanne Beck

“Wegsperren als Standardlösung ist eines Rechtsstaats unwürdig.” (Janisch in der SZ)

Und so ist es zu begrüßen, dass das BVerfG in seinem Urteil deutlich darauf hinweist: “Der in der Sicherungsverwahrung liegende, schwerwiegende Eingriff in das Freiheitsgrundrecht (Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG) ist nur nach Maßgabe strikter Verhältnismäßigkeitsprüfung und unter Wahrung strenger Anforderungen an die zugrundeliegenden Entscheidungen und die Ausgestaltung des Vollzugs zu rechtfertigen.”

Das Wegsperren vermeintlich gefährlicher, ehemaliger Straftäter macht unsere Gesellschaft nicht sicherer. Die Bedingungen der Sicherungsverwahrung sind höchst problematisch. Neben allen rechtlichen Aspekten (zu diesen möchte ich auf den Aufsatz: Nestler/Wolf; Sicherungsverwahrung gem. § 7 Abs. 2 JGG und der Präventionsgedanke im Strafrecht – kritische Betrachtung eines legislativen Kunstgriffs, Neue Kriminalpolitik, Heft 4, 2008, Seite 153 ff. hinweisen) stellen sich auch praktische Probleme: für die mit diesen Verwahrungen verbundenen, zähen Verhandlungen finden sich kaum Strafverteidiger (nicht zuletzt, weil sich das “finanziell nicht lohnt”, wie ich letztens aus der Praxis erfuhr).  Nun ist zu hoffen, dass der Gesetzgeber seine Aufgabe ernst nimmt und bis 2013 ein verfassungsgemäßes und rechtspolitisch vertretbares Gesetz zur Sicherungsverwahrung erlässt.

 

 

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Im Krieg und gegen Terroristen ist alles erlaubt?

On 6. Mai 2011, in Gedankensplitter, by Susanne Beck

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich in den verschiedenen Medien zurecht gefunden habe. Und, ehrlich gesagt, noch immer habe ich nicht das Gefühl, mir eine wirklich fundierte Meinung bilden zu können über den Tod bin Ladens (Wäre es praktisch oder politisch anders möglich gewesen? Und ist das überhaupt die entscheidende Frage?), über den Eindruck des Fotos, über das sich nun Hillary wohl beschwert, weil es sie – das ist natürlich dramatisch – als emotionale Frau zeigt. Ich hatte jedenfalls Gänsehaut beim Betrachten von feiernden Menschen, die sich so lautstark über den Tod eines Menschen freuen, beim Statement unserer Kanzlerin, bei einigen Kommentaren, die man hier und da so liest und die einen um ein paar Jahrhunderte zurückzuversetzen scheinen. Ich bin aber auch froh, dass es zumindest in Deutschland doch ganz unterschiedliche Stimmen gibt und man zumindest noch nicht sofort als Terroristenfreund abgestempelt wird, weil man Zweifel äußert am Vorgehen der USA, am Wunsch nach Rache, am “Auge um Auge” Denken. Weil man sich um rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien sorgt angesichts derartiger Bilder, die den Tod und die Gewalt zelebrieren und feiern. Es mag daran liegen, dass Deutschland in den letzten Jahren eben keinen massiven Terroranschlag erleben musste; ich kann mich gut daran erinnern, wie anders die Stimmung in London war (und wie problematisch es war, dort laut Zweifel am “Krieg gegen Terroristen” zu äußern). Dann aber bin ich froh darum, dass uns diese Stimmung, diese Unerbittlichkeit, zumindest noch nicht überrannt hat. Denn ein wenig geht es mir wie dem Autor dieses Artikels: ich bin enttäuscht, dass es der Westen nicht schafft, dem Terrorismus nicht mit dessen Waffen zu begegnen. So spielen wir nach den Spielregeln der Terroristen – und selbst wenn wir dieses Spiel gewinnen, ist das kein Sieg unserer Kultur, unseres Rechtsstaats, unserer westlichen Freiheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,760646,00.html#ref=rss

 

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